Entwicklung der Expertise im Bereich der Astrophotonik

Die ersten Kontakte zu den Astrophysikern am Leibniz-Institut für Astrophysik (AIP) in Potsdam bestehen bereits seit 2008/2009, als dort die ersten VIRUS-Faserbündel-Prototypen  für das HETDEX-Projekt konzipiert, entwickelt und in aufwändiger Handarbeit gefertigt wurden.

Bereits damals wurden verschiedene Anbieter in der Faseroptik-Branche qualifiziert, um die spätere Serienproduktion für die vielen benötigten Faserbündel sicherzustellen. In dieser Zeit wurden von mir - damals noch bei meinem früheren Arbeitgeber - schon die ersten Prototypen und Musterbündel für die Faserevaluierung gefertigt und entsprechende Erfahrungen aus der LWL-Produktion genutzt.

In 2012 entstand am AIP in Potsdam der Bedarf für eine eigene Fertigungsstrecke, um die dortigen Kapazitäten um die Möglichkeiten für die Fertigung und auch für teilweise nötige Nacharbeiten an angelieferten VIRUS-Faserbündeln zu erweitern. Dadurch bestand für mich als Dienstleister die Möglichkeit, diese Fertigungskapazitäten am AIP  aufzubauen und die notwendigen Technologien für die hochqualitative Endflächenpolitur zu entwickeln.

Anschließend wurden zur Qualifizierung der entwickelten Fertigungsprozesse einige Bündel aufgebaut und getestet. Auf Grund der engen Zusammenarbeit und des produktiven Feedbacks seitens der Kollegen am  AIP konnten sofort sehr gute Ergebnisse erzielt werden. 

Von 2013 bis 2016 konnten so etwa 20 der aufwendigen VIRUS-Bündel in Längen zwischen 18 und 25m  hergestellt und nach erfolgreicher Überprüfung durch das AIP an das Hobby-Eberly Telescope (HET) in Texas geliefert werden. 

Durch die hohe erreichte Qualität und Zuverlässigkeit wurde ich mit der Ausführung weiterer Aufträge betraut. So wurden in enger Zusammenarbeit weitere Faseründel für spezielle Experimente des Department of Astronomy an der University of Texas in Austin zum  Einsatz am HET konzipiert und aufgebaut. In 2016 durfte ich in Austin am  Aufbau des dortigen Faserbearbeitungs-Arbeitsbereiches mitarbeiten. Die notwendigen Technologien für den  Aufbau und die Reparatur von  VIRUS-Bündeln wurden implementiert.

In der Folge wurden auch  Faseroptik-Bündel für andere Experimente am HET benötigt. Das Department of Astronomy an der Penn State University beauftragte mich 2017 mit der Fertigung von Faseroptiken für den Habitable Zone Planet Finder (HPF) am HET.

2018 folgte die Konstruktion und Fertigung von mehreren Faseroptiken für das exoplanet-hunting instrument NEID für das WIYN telescope at Kitt Peak National Observatory der Department of Astronomy an der Penn State University.

HETDEX